Zentrum für verfolgte Künste
Am 23.09.2025 besuchten der Leistungskurs Deutsch der DWV3 und der Geschichte-Zusatzkurs der DWV1 das „Zentrum für verfolgte Künste“ in Solingen und sahen sich die Dauerausstellung zu verfolgten Künstler:innen sowie die Wechselausstellung „Der Holocaust in Comics und Graphic Novels“ an.
Bei einer Führung lernte die Gruppe Arten der Erinnerung an den Ersten- und Zweiten Weltkrieg kennen sowie verschiedene Kunstrichtungen und Künstler:innen, die wegen ihrer Kunst oder Abstammung als „entartet“ also als Nicht-Kunst bei den Nationalsozialisten galten. Ihre Kunst wurde zum Beispiel in der Ausstellung „Entartete Kunst“ in München 1938, die auch als Wanderausstellung in verschiedenen anderen deutschen Städten zu sehen war, an den Pranger gestellt und als „undeutsch“ und „abartig“ diffamiert.
Im Zentrum steht das Werk von Künstler:innen, die zwischen 1933 und 1945 unter der Verfolgung durch das NS-Regime litten. Unter anderem beherbergt die Sammlung Zeichnungen und Bildcollagen von Else Lasker-Schüler – Arbeiten, die über lange Zeit fast in Vergessenheit geraten waren. Dieses Vergessen ist ein Schicksal, das viele Kunstschaffende nach 1945 teilten und das in unserer Dauerausstellung aus verschiedenen Perspektiven aufgearbeitet wird.
Besonders eindrucksvoll sind Lagerzeichnungen von Carl Rabus, Leo Breuer und Eric Isenburger, die sowohl von erlittenem Leid als auch von künstlerischer Selbstbehauptung und Überlebensstrategien zeugen. Andere Exponate widmen sich dem Leben im Exil oder dem künstlerischen Widerstand, etwa die Werke von Erich Mühsam, Ernst Toller oder Mascha Kaléko.
Darüber hinaus umfasst die Sammlung zeitgenössische Arbeiten, die sich mit Flucht, Verfolgung und Widerstand befassen und die Relevanz dieser Themen bis in die Gegenwart unterstreichen.
Mit diesen Hintergrundinfos, hilfreich für Erich Kästners Roman „Fabian“ und Ideen für die eigene Comicgestaltung, kehrte die Gruppe nach Hause zurück.