Ein Scherbenhaufen an Lügen

Die drei Jahrgangsstufen des beruflichen Gymnasiums sahen im Theater Marl die Komödie „Der zerbrochene Krug“ von Heinrich von Kleist. Das Stück, eines der bekanntesten Lustspiele der deutschen Literatur, bot Unterhaltung und spannende Einblicke in Fragen nach Wahrheit, Macht und Moral – Themen, die bis heute nichts an Aktualität verloren haben.

(C)Theater Marl

Im Mittelpunkt des Stücks steht der Gerichtstag im niederländischen Dorf Huisum. Das ganze Dorf versammelt sich, um den Fall des zerbrochenen Kruges der Frau Marthe Rull zu verfolgen. Angeklagt ist Ruprecht, der Verlobte ihrer Tochter Eve. Er soll den wertvollen Krug in der Nacht beschädigt haben, während er heimlich bei ihr war. Doch bald zeigt sich, dass die Wahrheit komplizierter ist, als es zunächst scheint. Dorfrichter Adam, der selbst mit verdächtigen Verletzungen im Gesicht und einem hinkenden Bein erscheint, gerät zunehmend in Erklärungsnot. Mit immer wilderen Ausreden versucht er, seine eigene Verantwortung zu vertuschen – und bringt sich dabei selbst in Bedrängnis.

Die Inszenierung überzeugte durch eine moderne Umsetzung mit aktuellen Kostümen und Bühnenbild, während Kleists Originaltext beibehalten wurde. Die Verbindung von klassischer Sprache und heutiger Darstellung eröffnete neue Perspektiven auf das Stück – besonders im Hinblick auf Themen wie „Fake News“, Machtmissbrauch und die Verdrehung von Fakten, die auch in unserer Zeit allgegenwärtig sind-

Für den Literaturkurs von Frau Radas war der Theaterbesuch ein besonderes Erlebnis: Im Unterricht hatten die Schüler:innen das Stück zuvor als Graphic Novel kennengelernt, was den Zugang zur Inszenierung weiter vertiefte. Auch den Deutsch-LKs von Frau Nahberger und Frau Schulte diente der Besuch als wertvolle Ergänzung zur Vorbereitung auf die Abiturthemen rund um die Gattung Drama.