Fake oder War doch nur Spaß

Am Berufskolleg Gladbeck hatten Schülerinnen und Schüler der Fachabitur-Bildungsgänge (Anlage C) sowie des Wirtschaftsgymnasiums (Anlage D) im Alter von 17 bis 21 Jahren die Möglichkeit, das Theaterstück „Fake oder War doch nur Spaß“ zu erleben.

Das Stück des Theaterensembles „Radiks“ thematisiert Cybermobbing und Medienkompetenz. Es erzählt die Geschichte der siebzehnjährigen Lea, die davon träumt, Sängerin zu werden. Nachdem sie in eine Casting-Agentur aufgenommen wird, wächst der Neid, insbesondere von Nadine, ihrer vermeintlich besten Freundin. Was als harmlose Stichelei beginnt, entwickelt sich zu massiven Mobbing-Angriffen, die sich über soziale Netzwerke wie Instagram, Snapchat und WhatsApp hinaus ausbreiten. Lea hält zunächst dagegen, doch anonyme Drohungen, ein kompromittierendes Video und ein Verrat durch enge Vertraute wie Andi führen sie in eine schwere Krise. In ihrer Verzweiflung unternimmt Lea einen Suizidversuch, wird aber gerettet, woraufhin die Polizei Ermittlungen aufnimmt und die Schule mit den Folgen konfrontiert wird. Das Stück zeigt in dokumentarischer Form die Eskalation von Cybermobbing und stellt Fragen zu Verantwortung, Mitläufertum und Möglichkeiten der Prävention und Hilfe.

Initiatorin Frau Stachowski gab eine kurze Einführung und dann hieß es "Bühne frei!".

Die Inszenierung bestach durch ihre Nähe zur Lebenswelt junger Menschen und den Verzicht auf erhobenen Zeigefinger. Die beeindruckende schauspielerische Leistung – mit minimalistischem Bühnenbild und einem Drei-Personen-Spiel, in dem ein Schauspieler und zwei Schauspielerinnen in verschiedene Rollen schlüpften – sowie das direkte, offene Nachgespräch machten die Aufführung besonders eindringlich und nachhaltig. 

Der Verlauf des Stücks zeigte, wie subtil und gleichzeitig wirkungsvoll Mobbing im Internet eskalieren kann und wie schwer es für Betroffene ist, sich zu wehren oder Unterstützung zu finden. Im Anschluss an die Aufführung konnten die Jugendlichen die Gelegenheit nutzen, ihre Eindrücke zu teilen und Fragen zu stellen, wodurch eine lebendige und ehrliche Diskussion entstand.

Als Schule sehen wir die Stärkung digitaler und sozialer Kompetenzen als einen wichtigen Teil unseres Bildungsauftrags. Projekte wie diese leisten einen wertvollen Beitrag, um Jugendlichen die Bedeutung von Medienkompetenz und verantwortungsvollem Verhalten im Netz bewusst zu machen.