Was ist los am Berufskolleg Gladbeck?

Ausstellung "Fluchtgrund" am BK

Was würde Euch veranlassen, Eure Heimat zu verlassen? Was haben die Bodenqualität eines Landes, deutsche Waffenexporte oder der ökologische Fußabdruck mit Fluchtgründen zu tun?

Mit diesen und anderen Fragen beschäftigte sich u. a. die DWV2 vom Wirtschaftsgymnasium, nachdem sie die Wanderausstellung „Fluchtgrund“ besucht hatte. In der Zeit vom 02.03.2020 bis zum 13.03.2020 kann die Ausstellung im Foyer der Schule besichtigt werden. Sie ist organisiert und gestaltet von earthlink people & nature network und gefördert von der Stiftung Umwelt und Entwicklung Nordrhein-Westfalen.

Begleitet wird die Ausstellung von interaktiven Unterrichtseinheiten in Klassen der Höheren Handelsschule und des Wirtschaftsgymnasiums.

In einer solchen Unterrichtseinheit ging die ehrenamtliche Referentin Frau Anna Osterlow oben genannten Fragen nach. Zu Beginn der Stunde meinte eine Schülerin: „Ich bin hier in Deutschland aufgewachsen, habe alles, was man braucht und kann mich eigentlich gar nicht so richtig in die Situation hineinversetzen, flüchten zu müssen.“ Um sich jedoch genau das vorzustellen, sollten die Schülerinnen und Schüler verschiedene Szenarien nachempfinden, wie beispielsweise die Situation eines Bauern in einem Land, in dem der Ackerboden verdorrt und verwüstet ist und Ernteausfälle die Norm sind: „Was würdet Ihr tun, wenn Euch und Eurer Familie die Lebensgrundlage geraubt würde und eine Verbesserung auch nicht in naher Zukunft absehbar wäre?“ Ein Aufbruch in ein anderes Land liegt wohl nahe.

Dass der Klimawandel mit Überschwemmungen, Dürren und Stürmen unfruchtbare Landstriche verursacht, ist nachvollziehbar. Doch was haben wir in Deutschland damit zu tun? Um die Verknüpfung zwischen globalem Klimawandel und ihrer eigenen Lebensweise herzustellen, wurden die Lernenden aufgefordert, anhand eines Fragebogens zu persönlichem Wasser-, Strom- und Energieverbrauch sowie Nutzung der öffentlichen Verkehrsmittel ihren ökologischen Fußabdruck zu berechnen. Das Ergebnis war erschreckend: Wenn alle Menschen einen solchen Fußabdruck hätten, bräuchten wir für die Ressourcen zwei bis drei Planeten!

In der abschließenden Blitzrichtrunde äußerten sich viele Schülerinnen und Schüler selbstreflektiert, dass ihnen bislang das Ausmaß des persönlichen Beitrags zum Klimawandel und damit auch zur dadurch ausgelösten Klimaflucht nicht bewusst war. Bleibt die Frage, ob dieses neue Bewusstsein neue Verhaltensmuster nach sich zieht. Ein Anfang ist getan.