Was ist los am Berufskolleg Gladbeck?

HTO erlebt 5 Tage Hauptstadtflair

Berlin ist die Hauptstadt der BRD - und immer noch eine große Baustelle. Man sollte meinen, dass 27 Jahre nach der Wiedervereinigung die meisten Bauvorhaben fertiggestellt seien. Das trifft auch für die Regierungsgebäude und den Potsdamer Platz zu. Aber mitten in

 Berlin, "Unter den Linden", wird derzeit eine neue U-Bahn gebaut und gegenüber der Museumsinsel das Stadtschloss wiedererrichtet.

Vom 6. bis zum 10. März 2017 war die HTO (17 Schüler und eine Schülerin) mit ihrem Klassenlehrer Herrn Werding und ihrer Deutschlehrerin Frau Rüschenschmidt zu Gast in der Bundeshauptstadt. Von Gladbeck-West ging es am Montag, den 6.3. um 6.00 Uhr morgens erst nach Essen und dann mit dem IC nach Berlin. Bereits um 11.30 Uhr waren wir am Hauptbahnhof, von wo wir mit der S-Bahn in den Osten der Stadt gefahren sind, denn dort lag unser Hotel Agas. Die Unterkunft, die Hin-und Rückfahrt sowie das Programm hatte Furkan Koyutürk organisiert.

 Direkt am Nachmittag waren wir schon wieder im Herzen von Berlin und haben das Brandenburger Tor und den Reichstag bewundert. Allein bei der Vielzahl der Verkehrsmittel (U-Bahn, S-Bahn und Bus)  und deren Anbindung kann man feststellen, dass Berlin eine Metropole ist. Man wartet nie länger als fünf Minuten, auch nicht bei Anschlussbahnen.

In der Woche gab es ein tolles Programm. Direkt am zweiten Tag  hatten wir eine dreistündige geschichtliche Stadtführung, vom Alex bis zum Brandenburger Tor, bei der uns nochmal deutlich wurde, dass alle historischen Prachtbauten, wie die Museumsinsel mit den drei großen Museen, der Dom, das Zeughaus, der Marsstall, die Universität und die Neue Wache  vor der Wende im Osten der Stadt gelegen haben. Wir haben natürlich auch die Mauergedenkstätte besucht. Hier ist u. a. ein Stück der Originalfläche erhalten worden, mit dem Unterschied, dass auf der Ostseite Spalte zwischen die Betonplatten gesetzt wurden, damit man dadurch den sogenannten Todesstreifen, der auch heute noch regelmäßig geharkt wird, einsehen kann. So wurde es nämlich zu DDR-Zeiten gemacht, um Fußspuren sofort zu entdecken. Auch zur Gedenkstätte gehört eine rostige Wand, mit rechteckigen Fächern, unter denen die Namen der 138 Opfer, die an der Mauer gestorben sind, eingraviert wurden. Zum größten Teil sind sie mit Fotos der Toten versehen. Das jüngste Opfer war gerade 15 Monate alt und das letzte starb ein halbes Jahr vor dem Mauerfall. Bedrückend.

 

Das Highlight der Woche war die Reichstagsführung mit der anschließenden Begehung der gläsernen Kuppel des englischen Stararchitekten Sir Norman Foster. Neben dem beeindruckenden Bauwerk aus Stahl und Glas hatten wir vom Dach des Reichstagsgebäudes einen tollen Blick über die gesamte Stadt, bei strahlend blauem Himmel aber ziemlich frostigen Temperaturen von 4 bis 6 Grad. Berlin liegt eben sehr weit im Osten.  

Neben den ganzen historischen Attraktionen sind auch die Stadtteile Berlins sehenswert, wie das von der DDR zur 750-Jahrfeier der Stadt restaurierte Nikolaiviertel, das Szeneviertel Kreuzberg oder der Prenzlauer Berg, wo sich wohlhabendere Familien niedergelassen haben und wo es viele kleine Boutiquen, Bioläden und Restaurants gibt.

Aber auch die DDR begegnet einem noch überall. So gibt es am Spreeufer hinter dem Dom ein interaktives DDR-Museum und die Ampelmännchen der DDR werden überall angeboten, ob als Lampe, Schlüsselanhänger oder zum Naschen. Sie sind neben dem Berliner Bären das Hauptsouvenir.

Berlin hat so viel zu bieten, geschichtlich, städtebaulich, kulturell und gastronomisch - Veganer sind hier keine Exoten - und eine Woche ist dafür einfach zu kurz.